JW Panic Power

Rasse: Appaloosa
Geb. 21.Mai 1997
Farbe: chestnut with snowflakes Farbcode: e/e A/A, Lp/ N, PATN1 N/N
Stockmaß: 153 cm
Vater: QAR Diamond Flame (Appy)
            von Ten-X (Appy) aus der Paraleena (Appy)
Mutter: QAR Diamond Jodi (Appy)
               von Diamond Smuggler (Appy) aus der Abdulsradikaljody (AP)
Five Panel Gentest negativ

JW deckte keine Fremdstuten

Best horse ever!

JW steht nun schon über zwanzig Jahre in unserem Besitz und bisher durfte ihn nur ein Mensch reiten. Meine Wenigkeit. Was das betrifft, ist er sehr eigen. Es dürfen durchaus alle Menschen mit ihm umgehen, ihn von A nach B bringe, füttern, putzen, der Schmied ist kein Thema, was auch immer. Sobald ein Fremder seinen Fuß in den Steigbügel steckt, ist es vorbei mit der Freundschaftlichkeit und JW wehrt sich mit allem was er hat gegen den fremden Reiter. Wir haben nie herausgefunden, warum das so ist und es einfach akzeptiert. Auf mich passt er besonders gut auf, versucht mir alles recht zu machen, ob nun vom Boden aus oder auch aus dem Sattel. Er war nie böswillig gegenüber Menschen, zeigt seinen Hengst nur, wenn er auf der Koppel oder auch manchmal wenn er in der Box ist, natürlich auch, wenn er deckt. Grundsätzlich ist er auch beim Natursprung an der Hand zu handhaben. Er vergewaltigt keine Stute und hat auch schon diesen oder jenen Schlag einer frechen Stute abbekommen. Er ist immer, und das ohne Ausnahme, arbeitswillig. Selbst jetzt im hohen Alter, macht er alles, was man von ihm verlangt, auch wenn ihm die Gelenke schon weh tun, weswegen man besonders aufpassen muss. JW ist ein Athlet in jeder Hinsicht. Er ist beweglich wie eine Schlange, weiß genau, wann er welchen Huf wohin setzen muss, trägt sich gut auf der Hinterhand und ist vorne leicht wie eine Feder. Er dreht Spins, bis wir alles nur noch dreifach sehen, springt Fliegende aus jeder Lebenslage, am besten auch rückwärts, beherrscht Speedcontrol, steht ganz allein am Zirkel, lediglich die Stops, die ihm wohl gut gelungen sind, waren nicht so seine Leidenschaft. Wenn wir "gespielt" haben, haben wir Kinder "gecuttet". Zuweilen mussten auch Hunde herhalten, bis es denen zu blöd wurde. Auch zirzensische Lektionen waren bei ihm höchste willkommen. Hinlegen, spanischer Schritt, Hinknien, auf Kommando scheren und auch die Piaffe (Trab auf der Stelle), waren so seine Dinge, die er ab und an gerne gemacht hat. Bei Ausritten ist er eine absolute Lebensversicherung. Kein Scheuen, kein Bocken, keine Widersetzlichkeiten und kein hengstisches Getue bei anderen Pferden. JW ist gerade für mich, die ihn als Einzige reiten darf, etwas, was ich vermutlich nie, nie wieder bekommen werde. Man kann von JW alles haben, selbst das Unmöglichste und er wird es zumindest versuchen. Auch Handpferde beim Ausreiten mitzunehmen, ist absolut kein Thema. Sind Jungpferde etwas hektisch, vermittelt er ihnen Souveränität und Ruhe. Sprintet ein Jungpferd mal davon und stellt sich quer, bleibt er stehen und wartet mit Engelsgeduld, bis alles wieder entwirrt und in Ordnung ist. Mit einem Wort, JW ist ein absoluter Ausnahmehengst und mein Seelenpferd schlechthin. Er ist mittlerweile alt und es zwickt und zwackt dort und da schon. Er mag es im Winter warm, ohne Decke ist er unzufrieden. Ich kenne ihn in uns auswendig und ich glaube, das beruht auf Gegenseitigkeit, denn auch er weiß, was ich mag und was ich nicht leiden kann, deswegen ergänzen wir uns. 
JW war ein Reiner und hat auch seine diversen Reiningturniere bestritten, mal mit großem Erfolg, mal nicht. Oft war ich zu doof, mir die Pattern zu merken oder ich verzählte mich beim Spin. Manchmal hat auch einfach der Tag nicht gepasst und dann haben wir Ritte hingelegt, die einfach traumhaft waren. Aber zu siegen war nie unser erklärtes Ziel. Wir wollten mitmachen, dabei sein, mehr nicht. 
Auch der Distanzsport war ganz nach seinem Geschmack. Wir haben Strecken bis zu 80km geschafft. Gesiegt haben wir nie, aber mitgemacht und ich war dabei die Einzige im Westernstil, er der einzige Appy. 
Man kann es jetzt sehen wie man will, manche Hengste bestechen durch Siege und Leistungen im Turniersport. JW ist eine Einzigartigkeit in sich selbst, weil er einfach alles mitmacht. 
Wir haben mit ihm Kälber eingefangen, die einem Bauern davongesaust waren, wir haben mit ihm entlaufene Pferde gesucht, stressige Pferde im Gelände beruhigt, herrliche Ausritte erlebt, bei denen wir oft verrückte Hürden hatten, wo es nie Probleme gab. Es gibt so viele Momente in seinem Leben, wo ich mir allzu oft dachte, jedes andere Pferd würde hier an dieser Stelle verweigern. JW nicht. Er vertraut mir blind und ich vertraue ihm, vielleicht ist es auch das, was ein Pferd ausmacht. Wenn JW einmal nicht mehr lebt ... man kann den Platz wieder füllen, aber man kann ihn nicht ersetzen.